Pilgermadonna

Pilgermadonna zu Gast in Steinen – Tage des Glaubens, der Hoffnung und des Gebets

Anfang März durfte die Pfarrei Steinen einen besonderen spirituellen Höhepunkt erleben: Die nationale Fatima‑Pilgermadonna, eine originalgetreue Kopie der Statue aus der Erscheinungskapelle von Fatima (Portugal), war im Rahmen ihrer Schweiz‑Pilgerreise zu Gast in Steinen. Die Statue wurde am 2. Februar 2025 vom Bischof von Fatima gesegnet und am 10. Mai 2025 von Bischof Felix Gmür feierlich auf ihre Pilgerreise durch die Schweiz ausgesandt.

Feierlicher Empfang und Auftakt

Der Besuch begann am Samstag, 07. März 2026, mit einer feierlichen Heiligen Messe um 09.30 Uhr. Bereits vor dem Gottesdienst wurde die Pilgermadonna vor der Kirche herzlich begrüsst und in einer feierlichen Prozession in die Kirche getragen. Pfarrer Rudolf Nussbaumer und Don Marjan Uka zelebrierten gemeinsam die Messe. Viele Gläubige nahmen an diesem besonderen Moment teil und brachten damit ihre Verbundenheit im Glauben und ihre Verehrung der Gottesmutter zum Ausdruck.

Eine Woche voller spiritueller Impulse

In den darauffolgenden Tagen prägten verschiedene Gebetszeiten, Gottesdienste, Vorträge und spirituelle Angebote das Pfarreileben. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, in stiller Betrachtung vor der Pilgermadonna zu verweilen, persönliche Anliegen ins Gebet zu legen oder bewusst Zeit für Gott zu schenken.

Vortrag «Neue Hoffnung mit Maria»

Ein besonderer Höhepunkt war der Vortrag „Neue Hoffnung mit Maria – Der Rosenkranz als Antwort auf die Nöte unserer Zeit“. Referent Benjamin Aepli, Geschäftsführer von Ave Maria, sprach eindrücklich über die geistliche Kraft des Rosenkranzes. Der Saal in der Kaplanei war bis auf den letzten Platz gefüllt, und das grosse Interesse reichte über die Gemeindegrenze Steinen hinaus.

Ausgehend vom biblischen Bild Davids, der mit fünf Steinen dem Goliat entgegentrat, stellte der Referent den Rosenkranz als geistliche „Schleuder Davids“ vor. Die fünf Geheimnisse des Rosenkranzes wurden sinnbildlich mit dem Namen M A R I A verbunden: als Vertrauen zur Mutter, als geistliche Disziplin, als Hilfe im inneren Kampf, als betrachtendes Gebet und als Hinführung zu Gott, dem Vater. Im Zusammenhang mit dem Rosenkranz als Weg zum Frieden wurde auch die Formel des heiligen Maximilian Kolbe zur Heiligkeit erwähnt: w = W – Frieden entsteht dort, wo der menschliche Wille (w) mit dem Willen Gottes (W) übereinstimmt. Maria, die ihr ganzes Leben ein vorbehaltloses JA zu Gott gesprochen hat, wurde dabei als Leitstern des Glaubens und der Hoffnung beschrieben.

Am Samstagabend wurde in der Kaplanei der Spielfilm „Das Wunder von Fatima“ gezeigt, der auf reges Interesse stiess; der Saal war erneut bis auf den letzten Platz besetzt. Der Film schildert die Marienerscheinungen von 1917 inmitten des Ersten Weltkriegs und zeigt eindrücklich, wie Gebet, Vertrauen und Opfer Hoffnung schenken und Menschen weltweit berühren können.

Feierlicher Sonntag mit Kirchenchor und Solidarität «Fastensuppe»

Am Sonntag, 8. März, wurde die Pilgermadonna im Sonntags‑Hauptgottesdienst um 10 Uhr feierlich vom Kirchenchor begrüsst. Mit dem „Ave Maria“ von Arcadelt und dem „Salve Regina“ von Max Baumann sowie weiteren Chor‑ und Volksgesängen erhielt der Gottesdienst eine besonders festliche und zugleich gemeinschaftliche Prägung. Nach dem Hauptgottesdienst und einer kurzen Familienmesse waren alle bis 13 Uhr zur Fastensuppe in der Kaplanei eingeladen. Der Erlös kommt der Unterstützung armer Menschen in Maganasse (Äthiopien) zugute.

Kurzvortrag zum Skapulier

Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Don Marjan Uka zum Thema „Das Skapulier der Jungfrau vom Berge Karmel“, der ebenfalls gut besucht war. In verständlicher und zugleich geistlich tiefgehender Weise erläuterte Don Marjan Uka das Skapulier als Sakramentale der Kirche und als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zu Maria und Christus. Er betonte, dass das Skapulier kein Amulett sei, sondern eine bewusste Einladung zu einem Leben im Glauben, im Gebet und in der Nachfolge Jesu – als stilles Zeichen der Treue und des Vertrauens im Alltag.

Ausgehend von der Geschichte des Karmelitenordens zeigte er auf, dass das Skapulier ursprünglich ein einfaches Arbeitskleid war, das später eine tiefe geistliche Symbolik erhielt. Es erinnere den Träger daran, sich gleichsam „mit Christus zu bekleiden“ und Maria als Vorbild im Hören auf Gottes Willen nachzuahmen. Besonders betont wurde, dass das Skapulier Ausdruck einer persönlichen Weihe an Maria sei und den Menschen immer neu auf Gott hin ausrichte. Don Marjan Uka unterstrich, dass alle Gnaden letztlich von Christus kommen, Maria jedoch als Mutter und Fürsprecherin den Weg zu ihm begleitet.

Skapulier-Empfang und Dokumentarfilm

Am darauffolgenden Freitagabend fand eine feierliche Heilige Messe statt, in deren Rahmen ca. 20 Pfarreiangehörige das Skapulier empfingen und sich bewusst unter den Schutz Mariens stellten.

Im Anschluss wurde in der Kaplanei der Dokumentarfilm „Fatima – Das letzte Geheimnis“ gezeigt. Der Film beleuchtet anhand historischer Fakten, Expertenmeinungen und nachgestellter Szenen die Frage, wie die Botschaft von Fatima den Lauf der Geschichte der letzten hundert Jahre beeinflusst hat und welche Bedeutung sie für Gegenwart und Zukunft haben könnte.

Feierlicher Abschluss mit Weihe der Gemeinde

Den Abschluss des Besuchs der Pilgermadonna bildete am Sonntag, 15. März, der feierliche Sonntags‑Hauptgottesdienst in der Pfarrkirche Steinen. In diesem Gottesdienst wurde die Gemeinde Steinen dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht.

Unter dem Leitwort „Maria, Mutter der Hoffnung, begleite uns auf unserem Weg“ blickte die Gemeinde dankbar auf die intensiven Tage des Gebets und der geistlichen Vertiefung zurück und stellte ihren weiteren Weg bewusst unter den mütterlichen Schutz Mariens. Mit dieser Weihe fand der Besuch der Madonna von Fatima in Steinen einen würdigen, geistlich tiefen und nachhaltigen Abschluss.